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Lippebrücke in Datteln-Ahsen

sperrung_300_12132Nach Sichtung der Untersuchungsergebnisse und intensiver Abwägung steht fest: Die Lippebrücke in Datteln-Ahsen (K9) kann nicht wieder freigegeben werden. Die Sperrung gilt für den Autoverkehr, aber auch für Fußgänger und Radfahrer, da die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist.

Für die Schüler, die aus Datteln-Ahsen nach Olfen müssen, hat der Regionalverkehr Münsterland einen Abholservice eingerichtet. Schüler werden morgens in Datteln abgeholt und nachmittags auch wieder nach Datteln gebracht.

Grundsätzlich gilt: Die Brücke ist bis auf weiteres für jegliche Nutzung voll gesperrt. Seitens des Kreises Recklinghausen wird versucht, zumindest für Fußgänger eine Alternative anbieten zu können. Ob das allerdings gelingt und wenn ja, in welchem Zeitraum, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand sagen.

Eine Umleitung ist weiträumig ausgeschildert.

Bild11Hintergrund: Im Sommer 2017 war eine Fachfirma zu dem Ergebnis gekommen, dass die Brücke nur noch unter bestimmten Auflagen nutzbar ist. Darum sind Portale angebracht worden, die große Fahrzeuge an der Durchfahrt gehindert haben. Zu den Auflagen gehörte auch die regelmäßige Kontrolle der Brücke. Die Fachfirma ist darüber hinaus zu dem Schluss gekommen, dass die Brücke maximal eine Restnutzungsdauer von fünf Jahren hat. Dass die Schäden in so kurzer Zeit so drastisch sein würden, war nicht abzusehen.


Aktuelle Informationen - Pressemitteilungen

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Fragen und Antworten zur Brückensperrung

Brückenplanung

Wie soll die künftige Brücke aussehen?

Die künftige Lippebrücke zwischen Datteln-Ahsen und Olfen wird sich in gleicher Lage (also am gleichen Standort) wie die vorhandene Brücke befinden. Das ist eine Voraussetzung, um als „Ersatzbauwerk“ (Neubau) auf ein aufwendiges und damit zeitintensives Genehmigungsverfahren verzichten zu können und „schlank“ zu halten. Eine rechtsichere Begleitung ist allerdings erforderlich, um das Risiko von Baustopps während des Baubetriebes zu minimieren.

Die Brücke wird voraussichtlich auch höhengleich an die vorhandenen Straßenkörper auf beiden Kreisseiten anschließen, sodass auch keine umfangreichen und zeitintensiven Straßenbaumaßnahmen erforderlich sind.

Sie soll als integrales Bauwerk über die Lippe „gespannt“ werden und ohne Pfeiler von einer Lippeseite auf die andere führen. Damit können auch die naturschutz- und wasserrechtlichen Maßgaben eingehalten werden. Sie wird zwei Fahrspuren für Kraftfahrzeuge und eine eigene Spur für Fußgänger und Radfahrer bekommen. Der Rad- und Fußweg wird auf der Nordwestseite der Straße in Verlängerung des bereits auf der Coesfelder Seite bestehenden Wegeverlaufes geführt.

Die Brücke erfüllt damit bereits alle verkehrlichen Anforderungen an einen späteren Anschluss einer Ortsumgehung.

Kann man so eine große Brücke überhaupt ohne Stützen bauen?

Die Untersuchungen des Ingenieurbüros Bockermann Fritze Ingenieur Consult haben ergeben, dass es bei einer so langen Brücke machbar ist.

Die Brücke besteht aus Hohlkästen aus Stahl, die bereits im Werk vorgefertigt werden können; das spart Zeit und benötigt weniger Platz vor Ort auf der Baustelle. Es bietet darüber hinaus den Vorteil, die Bauteile in zwei oder ggf. drei Abschnitten von der Coesfelder Seite auf der vorhandenen Straße vorzubereiten und dann mittels Kran einzuheben. Das vermindert die bauliche Belastung in Ahsen. Für den Bau der Brücke ist allerdings je nach Anzahl der Bauteile mindestens eine Hilfsstütze erforderlich. Auf die Stahlbauteile werden Betonplatten montiert, die dann mit Bewehrung versehen ausbetoniert werden. Es gibt bereits vergleichbare Bauwerke in Nordrhein-Westfalen.

Ist der auf der Bürgerversammlung vorgestellte Brückenbau planungsrechtlich möglich?

Die vorgestellte Konstruktion und Ausführung der Brücke erfolgt an etwa derselben Stelle in den Abmessungen, die für zukünftig zu erwartende Verkehre benötigt werden. Der Brückenbau ist planungsrechtlich wie vorgestellt möglich. Es gibt in NRW bereits mehrere Brücken, die in diesem Stil gebaut worden sind. Die Vorprüfungen durch das Ingenieurbüro Bockermann Fritze (Leistungsphasen 1 und 2) haben ergeben, dass ein solches Bauwerk an diesem Standort realisierbar ist.

Ist eine Tonnagebeschränkung der Brücke für Fahrzeuge auf 3,5 t möglich?

Für den Neubau der Brücke gibt es rechtliche Vorgaben - beispielsweise die zwei Fahrspuren, da die Brücke dem heutigen und zukünftigen Verkehr entsprechend hergestellt werden muss. Das Ziel ist, darüber hinaus die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen. Darum soll die neue Brücke einen separaten Streifen für Fußgänger und Radfahrer bekommen. In der Planung für die Brücke ist berücksichtigt, dass sie später an die Ortsumgehung angeschlossen werden kann. 

Um den Schwerlastverkehr aus dem Ahsener Ortskern fernzuhalten, wird es Zufahrtsbeschränkungen durch Portale geben. Außerdem wird vor der Ortsdurchfahrt eine „turn-around"- Lösung mit begleitender Beschilderung etabliert, sodass der Schwerlastverkehr vor der Ortseinfahrt wenden kann. 

Welche Belastungen kommen auf die Bürger zu?

Baustellen von diesem Ausmaß gehen immer mit baubedingten Belastungen durch Lärm, Staub und Baustellenverkehr einher.

Die Kreisverwaltungen werden aber alles tun, die bauzeitbedingten Störungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten: Die Baustellenzufahrt wird über die Deichanlage geführt, sodass diese nicht am Ortskern vorbeiführt. 

Die während der Bauzeit verlorengehenden Gehölzbestände sind unvermeidbar. Diese werden allerdings nach der Fertigstellung wieder kompensiert. Außerdem wird während der gesamten Bauzeit eine Ökologische Baubegleitung (ÖBB) erfolgen.
 

Beschlüsse und Zeitplan

Wie sieht der aktuelle Zeitplan aus?

Am 30.10.2020 wurde der Antrag für das notwendige wasserrechtliche Genehmigungsverfahren für den Abbruch und die Neuerrichtung der Brücke bei der Bezirksregierung Münster eingereicht. Die Bezirksregierung wird den Antrag prioritär bearbeiten und im ersten Quartal 2021 über den Antrag entscheiden. 

Der gemeinschaftliche Förderantrag der Kreise Coesfeld und Recklinghausen, der am 12.06.2020 bei der Bezirksregierung eingegangen ist, ist nach Aussage des Förderdezernates in Münster geprüft und genehmigungsfähig. Der Zuwendungsbescheid wird voraussichtlich Anfang 2021 erteilt. 

Bereits Anfang 2021 soll dann voraussichtlich mit der Rodung bzw. dem Rückschnitt von Gehölzen begonnen werden. Der Baubeginn der neuen Brücke wird für die zweite Jahreshälfte 2021 anvisiert. Die Verkehrsfreigabe der neuen Brücke soll Mitte 2022 erfolgen. 

Was haben die Landräte und Bürgermeister beschlossen?

Dr. Christian Schulze Pellengahr (Landrat Kreis Coesfeld), Cay Süberkrüb (bis 31. Oktober 2020 Landrat Kreis Recklinghausen), Wilhelm Sendermann (Bürgermeister Stadt Olfen) und André Dora (Bürgermeister Stadt Datteln) haben am 12. März 2019 in einer gemeinsamen Sitzung in Olfen entschieden, dass es einen Neubau an gleicher Stelle ohne Interimslösung geben soll.

Warum wird es keine Interimslösung geben?

Die Landräte und Bürgermeister haben sich dafür ausgesprochen, dass die Lippebrücke zwischen Datteln- Ahsen und Olfen durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt werden soll, um keine zusätzlichen, langjährigen Genehmigungsverfahren durchführen zu müssen. Als Interimslösung käme daher nur eine zusätzliche Brücke an anderer Stelle in Frage. Das aber würde zusätzliche Bautätigkeiten zur Folge haben, vor allem aber umfangreiche Genehmigungsverfahren in einem Gebiet mit sehr hohen naturschutz- und wasserrechtlichen Anforderungen. Für die Anwohner hätte das deutlich mehr Nachteile und keinen Zeitvorteil.

Warum dauert das so lange?

Das komplexe Bauvorhaben ist nicht nur bautechnisch, sondern auch rechtlich und logistisch eine Herausforderung.

Die Planung und Realisierung ist bei Bauwerken, insbesondere bei öffentlich geförderten, an Voraussetzungen geknüpft. Die Brücke steht in einem Naturschutzgebiet mit höchsten Anforderungen, die sowohl für den Abriss als auch für den Neubau eine besondere Herausforderung darstellen. Außerdem erschweren schmale und verwinkelte Straßen in Ahsen den Transport von Baumaterialien und großen Geräten.

Warum wird der Abriss nicht jetzt schon durchgeführt?

Beim Abriss der alten Brücke müssen auch die Widerlager (Fundamente) der Brücke beseitigt werden. Dies führt zu umfänglichen Eingriffen in den Boden der Böschungsbereiche. Diese „Löcher“ müssen gesichert und sofort wieder geschlossen werden, um die Funktion des Deiches zum Hochwasserschutz aufrecht zu halten. Darum ist es sinnvoll, die vermutlich vier Wochen dauernden Abrissarbeiten unmittelbar vor Baubeginn durchzuführen.
 

Ortsdurchfahrt

Was ist mit der Ortsdurchfahrt?

Vordringliches Ziel der zwischen der Stadt Datteln und dem Kreis Recklinghausen einvernehmlich abgestimmten Planung ist es, die Lippestraße (K9) als Ortsdurchfahrt so zu gestalten, dass für die Anwohner unter den unveränderlichen Rahmenbedingungen des vorhandenen Straßenquerschnittes eine verbesserte, verkehrssichere Rad-Gehwegebeziehung entsteht. Hierbei werden die Straßenbreiten schmaler und die Gehwege breiter. Die Stadt Datteln wird Ende 2020 Kanalsanierungsarbeiten innerhalb der Ortsdurchfahrt durchführen. Danach wird der Kreis Recklinghausen die notwendige Fahrbahnerneuerung und eine Optimierung der Verkehrsführung und eine Verbesserung der Verkehrssicherheit auf dem Geh- und Radweg umsetzen.
Auf den Wunsch der Stadt Datteln wird ein farblich abgesetztes Schwerlastpflaster verwendet, das zu einer Reduzierung der Verkehrsgeschwindigkeit führen wird, was die Verkehrssicherheit zudem erhöhen wird.

Auch nach der Freigabe wird die Ortsdurchfahrt aufgrund des unveränderlichen Straßenquerschnitts eine für den Schwerlastverkehr gesperrt. Durch den Bau der „turn-around“-Lösung vor der Ortsdurchfahrt, aus Richtung Olfen kommend, mit begleitender Beschilderung und der Errichtung von Portalen wird allein schon physikalisch die Durchfahrt von Schwerlastverkehr ausgeschlossen werden. Damit wird es entgegen vieler Befürchtungen durch die Erneuerung der Brücke zur keiner zusätzlichen Verkehrsbelastung durch Schwerlastverkehr kommen.

Durch die Aufstellung von Leitpfosten soll für Radfahrer und Fußgänger ein noch höherer Schutz erreicht werden. Gleichzeitig wird der bauliche Zustand - nicht zuletzt im Interesse aller Anwohner - so hergerichtet werden, dass Rettungsfahrzeuge, Müll- und Unterhaltungsfahrzeuge, sowie private Andienung den Bereich befahren können. Mit Fertigstellung des Straßenoberbaus sollen Anwohner im Rahmen einer Bürgerbeteiligung an den Planungen für die Leiteinrichtungen teilnehmen, um eine gemeinsame Lösungen zu finden.

Die Baumaßnahmen an der Lippestraße sollen Ende März 2021 fertiggestellt werden. 
 

Ortsumgehung

Was ist mit der Ortsumgehung?

Aufgrund der dauerhaften Vollsperrung der Brücke ab dem 13.04.2018 wurde seitens der Bezirksregierung Münster in einem Gespräch am 17.04.2018 der Vorschlag gemacht, das Gesamtprojekt „OU Ahsen“ in zwei Bauabschnitte zu gliedern. 

Erster Bauabschnitt: Ersatzbauwerk an etwa derselben Stelle in den Abmessungen, die für spätere Verkehrslasten benötigt werden. Auf Ahsener Seite mündet die Brückenrampe in einen dreiarmigen Kreisverkehr. (Dieser ist zunächst als „turn-around“-Lösung für den Schwerlastverkehr geplant.)
Zweiter Bauabschnitt: Bau der Ortsumgehung Ahsen mit der Anbindung an dem dreiarmigen Kreisverkehr. 

Warum kommt die Ortsumgehung separat und nicht im gleichen Zuge?

Die verfahrensrechtliche Entkopplung des Brückenneubaues und der Ortsumgehung war notwendig, da anders als beim Brückenbauwerk für die Ortsumgehung zwingend ein Planfeststellungsverfahren einschließlich Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist. Dieses Verfahren beinhaltet umfängliche Planungs-, Prüfungs-, und Genehmigungsprozesse und führt im Ergebnis zu völlig anderen Realisierungszeiträumen.

Eine Verbindung von Brücke und Ortsumgehung hätte daher die Erneuerung der Brücke deutlich verlangsamt und den Wunsch der Olfener und Ahsener Bürger nach einer zeitnahen Wiederherstellung der Verkehrsbeziehung ad absurdum geführt. Deshalb wurde die Kreisverwaltung in einer Dringlichkeitsentscheidung damit beauftragt, die Planungen für die Ortsumgehung bis hin zum Planfeststellungsbeschluss zu übernehmen. Der Kreistag hat die Dringlichkeitsentscheidung am 23.06.2020 einstimmig genehmigt.

Folgender Beschluss wurde per Dringlichkeitsentscheidung nach § 50 Abs. 3 Satz 2 KrO NRW gefasst:
„Aufstellungsbeschluss zur Durchführung des Planfeststellungsverfahrens der Ortsumgehung K 09 in Datteln, Ortsteil Ahsen, OU-K 09n-Ahsen. Die Verwaltung wird beauftragt, die Planung / en sowie die Ermittlung der Kosten durchzuführen, die Finanzierung und die Zuwendungen sicherzustellen und sämtliche rechtlichen Voraussetzungen bis hin zum Planfeststellungsbeschluss zu schaffen.“

Die Brücke ist im Investitionsprogramm des Kreises Recklinghausen enthalten, das der Kreistag am 11.04.2019 beschlossen hat. Der Zuwendungsantrag zur Förderung des kommunalen Straßenbaus wurde am 12.06.2020 bei der Bezirksregierung in Münster gestellt. Der gemeinschaftliche Förderantrag der Kreise Coesfeld und Recklinghausen, der am 12.06.2020 durch den Kreis Recklinghausen bei der Bezirksregierung Münster gestellt wurde, ist nach Aussage des Förderdezernates in Münster geprüft und genehmigungsfähig. Der Zuwendungsbescheid ist für Anfang nächsten Jahres avisiert.

Daher hat die Kreisverwaltung nun die Möglichkeit das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung voranzutreiben.
Damit wird die verfahrensrechtlich notwendige Trennung von Brücke und Ortsumgehung aber verkehrlich zusammenhängende Projektierung wieder zusammengeführt. 

Warum kann der Kreis Recklinghausen bei der Ortsumgehung nicht auf die Planungen zurückgreifen, die das Land seinerzeit durchgeführt hat?

Die Planungen und Gutachten des Landes sind über 20 Jahre alt. Zu dieser Zeit galten ganz andere rechtliche Rahmenbedingungen als heute. Auch den Lippedeich gab es noch nicht.

Welche weiteren Schritte sind für die Ortsumgehung notwendig?

Für das Verfahren müssen zunächst sämtliche Grundlagen ermittelt und Variantenuntersuchungen ergebnisoffen durchgeführt werden. Auch die Entwurfs- und Genehmigungsplanung, die notwendigen Gutachten zu den Auswirkungen auf Natur, Artenschutz und Landschaft, auf die Bevölkerung, Verkehrserfassungen und -prognose, Bodengutachten, Kampfmittelprüfung und vieles mehr müssen beauftragt werden.

Parallel sind die Planungs- und Bauvereinbarung aufzustellen und abzuschließen, die Finanzierung ist in den Kreishaushalt einzubringen.

Soll der Schwerlastverkehr bis zur Fertigstellung der Ortsumgehung durch Ahsen fahren?

Nein, das wird nicht geschehen. Die Landräte haben zugesagt, dass es bis zur Fertigstellung der Ortsumgehung gezielte Maßnahmen geben wird, die die Durchfahrt durch den Ortskern von Datteln-Ahsen verhindern.
 

Sperrung

Warum ist die Lippebrücke in Datteln-Ahsen (K9) gesperrt?

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Bei einer Untersuchung der Lippebrücke im April stellten Fachleute der Kreisverwaltung Recklinghausen sowie einer Fachfirma ein hohes Sicherheitsrisiko fest. Auf Grund von Einsturzgefahr musste die Brücke in Datteln-Ahsen am 13. April 2018 auf unbestimmte Zeit komplett gesperrt werden.


Für wen gilt die Sperrung?

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Die Sperrung der Lippebrücke gilt für alle. Die Brücke stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Betreten oder Befahren ist untersagt. Die Sperrung gilt für Kraftfahrzeuge jeglicher Art, aber auch für Fußgänger und Radfahrer. Kanuten müssen berücksichtigen, dass wegen der Einsturzgefahr auch die Lippe im Bereich der Brücke gesperrt ist.

Wie verlaufen die Umleitungen von Ahsen nach Olfen?

Durch die Sperrung der Brücke entfällt die Direktverbindung von Ahsen (Kreis Recklinghausen) nach Olfen (Kreis Coesfeld). Die ausgeschilderte Umleitung für Kraftfahrzeuge führt über Flaesheim (Haltern am See) und den Flaesheimer Damm. Detaillierte Informationen zur Umleitung sowie eine Graphische Darstellung befinden sich in der angefügten PDF-Datei.
[Umleitungsplan]

Für Fahrradfahrer gibt es ebenfalls eine ausgeschilderte Umleitung. Sie verläuft östlich von Ahsen auf verkehrsarmen und asphaltierten Wegen (s. Umleitung Ahsen-Olfen). Die Strecke führt über den „Uferweg“ bis zur B235 und weiter über die Straße „Zum Krähenbusch“. Einen Überblick über den gesamten Streckenverlauf ist in der angefügten Grafik (PDF) zu finden. Die Sperrung der Lippebrücke sowie die Umleitungen sind darüber hinaus im Kartennetz von „Radroutenplaner NRW“ integriert.

Ist das Kanufahren im Bereich der Brücke weiterhin erlaubt?

Es besteht die Gefahr, dass Teile des Bauwerkes herabfallen. Daher betrifft die Sperrung auch die Bereiche unter und neben der Brücke, auf dem Wasser und auch am Ufer. Allerdings ist der Bereich zwischen der B235 und der Lippebrücke in Ahsen derzeit wegen der Lippe-Renaturierung ohnehin gesperrt. Für Kanuten endet daher die Fahrt auf der Lippe an der regulären Ein- und Aussatzstelle Haus Rauschenburg oberhalb von Ahsen. Die Einstiegsstelle in Datteln-Ahsen ist von der Coesfelder Uferseite für die Fahrt flussabwärts frei.
[Plan mit den Ein- und Ausstiegsstellen]
 

Historie

Wie ist die Beschaffenheit der Brücke? (Historie der Brücke)

Die Fünf-Feld-Brücke wurde hauptsächlich aus Stahl und Beton gebaut. Sie ist insgesamt 110 Meter lang und 5,10 Meter breit. Vor der Sperrung fuhren in den letzten Jahren im Schnitt 5.500 bis 6.000 Kraftfahrzeuge täglich über die Verbindung zwischen Ahsen und Olfen. Die Brücke stammt aus dem Jahr 1922 und war seinerzeit für Pferdefuhrwerke ausgelegt.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Lippebrücke zu einer Hauptverbindung zwischen Ahsen und Olfen entwickelt. Die Verkehrslast wuchs stetig, immer größere und schwerere LKW und landwirtschaftliche Fahrzeuge haben den Verschleiß beschleunigt. Auch die Witterung, besonders im Winter, setzte der Bausubstanz der Brücke zu: Durch das Streuen bei Frost und Glätte gelangen Salze in die Zwischenräume der aufliegenden Bauelemente und greifen die Gelenkträger aus Stahl und Beton an.

Die vor 100 Jahren verarbeiteten Materialien und die technische Planung entsprechen ebenfalls nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Eine Konstruktion mit Gerbergelenken, wie an der Lippebrücke, kommt bei solchen Bauwerken heute nicht mehr zum Einsatz.

[Plan der Brücke]

Warum erfolgte die Sperrung der Brücke so plötzlich?

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Die Untersuchung der Lippebrücke am 13. April 2018 hatte ergeben, dass die Brücke zunächst für weitere Kontrollen komplett gesperrt bleiben musste. Dabei wurden sowohl die Fahrbahn als auch die Unterseite der Brücke genauer in Augenschein genommen. Nach Sichtung der weiteren Untersuchungsergebnisse und intensiver Abwägung steht fest, dass die Lippebrücke in Datteln-Ahsen (K9) nicht wieder freigegeben werden kann. Der Winter 2017/2018 hat dem bereits angeschlagenen Bauwerk zusätzlich zugesetzt: Die bekannten Schäden der Brücke sind in den ersten Wochen des Jahres 2018 so weit fortgeschritten, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist.

War der schlechte Zustand der Lippebrücke schon früher bekannt?

Bereits im Sommer 2017 war ein Gutachter zu dem Ergebnis gekommen, dass die Brücke nur noch unter bestimmten Auflagen nutzbar ist. Das Befahren war seit diesem Zeitpunkt nur noch für Fahrzeuge mit einer Nutzlast von 3,5 Tonnen zulässig. Im Zuge dessen sind Portale angebracht worden, um große Fahrzeuge an der Durchfahrt zu hindern. Zu den Auflagen gehörte auch die regelmäßige Kontrolle der Brücke in monatlichen Abständen. Der Gutachter ist darüber hinaus zu dem Schluss gekommen, dass die Brücke maximal eine Restnutzungsdauer von fünf Jahren besitzt.