Inhalt der Seite

Leistung Schutz vor Gerüchen

Gerüche spielen da eine Rolle, wo Wohngebiete im Einwirkungsbereich von Betrieben liegen, die Geruchsstoffe ausstoßen (z.B. Tierställe, Abfallbehandlungsanlagen oder Lebensmittelfabriken). Für die Bevölkerung kann eine solche Situation zu Geruchsbelästigungen bis hin zu gesundheitlichen Beschwerden führen.
 
Um festzustellen, ob es sich um eine erhebliche Geruchsbelästigung und damit um eine schädliche Umwelteinwirkung im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) handelt, muss der Grad der Geruchsbelastung vor Ort (Belästigungsgrad) ermittelt werden.
 
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Geruchsmerkmale wie Geruchsqualität (wonach riecht es?), Geruchsintensität und Hedonik (Angenehm- Unangenehm-Empfinden von Gerüchen) für die Beschreibung des Belästigungsgrades eine untergeordnete Bedeutung haben.
 
Das entscheidende Kriterium für die Bestimmung des Belästigungsgrades ist gemäß der Geruchs-Immissionsrichtlinie (GIRL) vielmehr das zeitliche Ausmaß (Dauer und Häufigkeit) von Geruchsimmissionen bezogen auf ein ganzes oder ein halbes Jahr. So liegt der zulässige Belästigungsgrad für Wohn- und Mischgebiete bei 10 % und für Industriegebiete bei 15 % der Stunden eines Jahres. Erst bei der Überschreitung dieser Werte sind Gerüche nach dem BImSchG als erheblich belästigend einzustufen.
 
Das geeignete „Messinstrument“ für Geruchsbelästigungen ist die menschliche Nase. Physikalisch-chemische Messverfahren sind nämlich für die Messung von Gerüchen nicht geeignet, da die Geruchswirkung für gewöhnlich durch ein Gemisch verschiedener Substanzen ausgelöst wird. Dabei sind die einzelnen Bestandteile entweder nicht bekannt und/oder liegen in so geringen Konzentrationen vor, dass sie messtechnisch nicht nachweisbar sind.
 
Detaillierte Informationen zum Thema Gerüche (Geruchsbelästigungen, Messen von Gerüchen, gesetzliche Regelwerke etc.) finden Sie auf den Internetseiten des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW (MKULNV) sowie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV). 

Fachdienst
Ansprechpartner