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Breitbandausbau im Kreis Recklinghausen aktuell

Wir haben für Sie grundlegende Informationen zum geförderten Breitbandausbau im Kreis Recklinghausen zusammengestellt. Diese Seite wird regelmäßig erweitert und aktualisiert.

Die im Folgenden verwendete Abkürzung TKU steht für Telekommunikationsunternehmen.


Basisinfos Breitbandausbau mit Förderung von Bund und Land NRW

Warum kümmert sich der Kreis um den geförderten Breitbandausbau?

Der Kreis Recklinghausen hat Anfang 2017 mit allen zehn kreisangehörigen Städten eine Kooperationsvereinbarung zum geförderten Breitbandausbau im gesamten Kreisgebiet abgeschlossen. Mit dieser Vereinbarung konnte sich der Kreis um Fördermittel des Bundes und des Landes bewerben, um im gesamten Kreisgebiet möglichst viele „weiße Flecken“ - das sind Adressen mit weniger als 30 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit - zu beseitigen und mit schnellem Internet zu versorgen.

Wie und warum fördern Bund und Land NRW den Breitbandausbau im Kreisgebiet?

Mitte 2017 hat der Bund die gemäß seiner Richtlinie möglichen 50 % der beantragten Mittel vorläufig bewilligt. Der Antrag des Kreises auf Kofinanzierung durch das Land NRW in Höhe weiterer 50 % wurde ebenfalls positiv beschieden auf Grundlage der „Richtlinie des Landes NRW zur Kofinanzierung des Bundesprogramms“. Die letztlich insgesamt benötigten Finanzmittel in Höhe von 68,35 Millionen Euro wurden Anfang 2019 von Bund und Land NRW endgültig bewilligt.

Der Kreis hatte auf Grundlage der Kooperationsvereinbarung und mit den Ergebnissen eines verbindlich zuvor flächendeckend durchgeführten Markterkundungsverfahrens im sogenannten 4. Call des Bundesförderprogramms Breitbandausbau - der „Richtlinie für die Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“, kurz Förderrichtlinie Bund - zwei Förderanträge eingereicht. Finanziell gedeckt werden sollte daraus die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke der TKUs. Diese entsteht durch die Kosten für Herstellung und Betrieb von Netz und Anschlüssen bei den TKUs, weil diese auch über mehrere Jahre hinweg nicht durch Einnahmen gedeckt werden können.

Wie wurden die mit dem Ausbau beauftragten Unternehmen ausgewählt?

Es gab eine europaweite Ausschreibung als mehrstufiges Verfahren. Darin wurden TKUs gesucht, die fähig und bereit sind, ein sogenanntes NGA-Netz, also ein breitbandiges Netz auf Niveau Next-Generation-Access, auszubauen und für mindestens sieben Jahre zu betreiben. Die Ausschreibung erfolgte wegen der Förderhöchstgrenzen des Bundes getrennt in einem Fördergebiet Nord und Süd sowie zum Erreichen eines bestmöglichen Wettbewerbs der TKUs jeweils in zwei Losen.

Was ist das Infrastrukturziel des geförderten Breitbandausbaus und was wird neu gebaut?

Am 22.02.2019 wurden vom Kreis Recklinghausen und den TKUs die Verträge für vier Lose unterschrieben. Beauftragt wurden die Deutsche Telekom AG und die GELSEN-NET Kommunikationsgesellschaft mbH. Durch diese erfolgt der Breitbandausbau für Privathaushalte und Unternehmen in fast allen „weißen Flecken“ sowie von allen 207 Schulen im Kreisgebiet. Insgesamt bedeutet das weit über 11.000 geförderte Glasfaseranschlüsse in den zehn Städten.

Die Glasfaseranschlüsse werden von den beauftragten TKUs als „FTTH“ („fibre to the home“) ausgeführt. Somit werden die gesamten neuen Netze in Glasfaser bis zum Haus- bzw. Wohnungsanschluss gebaut, statt wie bisher üblich auf den letzten Metern mit Kupfer- oder Koaxialkabeln. Mit dem durchgängigen Ausbau in Glasfaser werden die Voraussetzungen geschaffen, den Anschlussnehmern echtes „Breitband“ anzubieten, da mit diesen Netzen grundsätzlich Datenströme im Gigabit-Bereich möglich sind.

Welche Bandbreiten werden nach dem Ausbau zur Verfügung stehen?

Der Ausbau erfolgt in den definierten Ausbaugebieten flächendeckend im förderrechtlichen Sinne. Dies bedeutet in den geförderten Bereichen für 100 % der Haushalte zuverlässig eine breitbandige Datenübertragungsrate von mindestens 50 MBit/s im Downstream und für 80 % der Haushalte sogar zuverlässig eine Datenübertragungsrate von mindestens 100 MBit/s - jeweils symmetrisch. Innerhalb der Ausbaugebiete werden an Sonderstandorten wie Schulen sowie für Unternehmen in Gewerbegebieten Übertragungsraten von mindestens 1 GBit/s symmetrisch zur Verfügung stehen. Symmetrischer Glasfaseranschluss bedeutet, dass sowohl im Download als auch im Upload die gleiche Bandbreite garantiert wird und nicht durch andere Anschlussnehmer auf der gleichen Leitung gemindert wird.

Wann beginnt und wie lange dauert der kreisweite Ausbau?

Der von Bund und Land geförderte Ausbau des NGA-Netzes (Next-Generation-Access) erfolgt in den vier Losen zeitlich parallel. Nach aktuellem Planungsstand soll der erste Spatenstich im April 2019 erfolgen. Der weitere Ausbau erfolgt dann in jedem Los nacheinander in mehreren Ausbauteilgebieten (Cluster). Die neuen Anschlüsse innerhalb eines Clusters werden jeweils nach dessen Fertigstellung freigeschaltet. Die letzte Freischaltung ist für Mitte 2021 geplant.

Allgemeine Informationen für Bürger

Wann wird wo im Kreisgebiet ausgebaut?

Das Kreisgebiet ist in ein Fördergebiet Nord und ein Fördergebiet Süd mit jeweils zwei Losen aufgeteilt. Das Los Nord 1 umfasst die Städte Dorsten und Gladbeck, Los Nord 2 die Städte Haltern am See, Marl und Oer-Erkenschwick, das Los Süd 1 die Städte Datteln und Waltrop sowie das Los Süd 2 die Städte Herten, Recklinghausen und Castrop-Rauxel.

Nach derzeitiger Planung soll im Kreisgebiet der erste Spatenstich des geförderten Breitbandausbaus Ende April 2019 erfolgen. Die letzte Freischaltung ist für Mitte 2021 geplant.
Ende März soll die detaillierte Ausbauplanung durch die beauftragten TKU abgeschlossen sein. Dann werden wir an dieser Stelle Karten veröffentlichen, aus denen die Aufteilung sowie die Zeitpläne für den Ausbaubeginn und die Freischaltung ersichtlich werden.

Innerhalb der Städte eines Loses wurden nach den förderrechtlichen Vorgaben Ausbaugebiete definiert, deren „weiße Flecken“ in den geförderten Ausbau einbezogen werden. Innerhalb der Ausbaugebiete sind sogenannte Cluster als Ausbauabschnitte definiert, die in der Regel jeweils binnen drei Monaten und dann nacheinander ausgebaut werden. Meist gibt es acht Cluster je Los und damit einen Ausbauzeitraum von insgesamt zirka zwei Jahren.

Liegt meine Adresse im geförderten Ausbaugebiet?

Nach derzeitigem Planungsstand stehen Ende März die genauen Standorte und Zeitpläne fest. Dann werden Karten eingestellt, in denen die Ausbaugebiete mit beginnendem und fortschreitendem Ausbau zunehmend präziser dargestellt werden. Aus diesen wird ersichtlich sein, welche Adresse in einem Gebiet des geförderten Ausbaus liegt. Über eine Ampel-Signatur wird außerdem ersichtlich sein, dass der Ausbau in dem Gebiet geplant ist (rot), bereits läuft (gelb) oder schon abgeschlossen ist (grün).

Bei Bedarf können Sie sich für eine adressgenaue Anfrage per E-Mail an die vom Kreis beauftragte Breitbandkoordination Emscher-Lippe wenden.

Welche Adressen liegen nicht im geförderten Ausbaugebiet?

Der Breitbandausbau im Kreis Recklinghausen erfolgt zu 100 % mit Fördermitteln von Bund und Land NRW. Dies bedingt, dass die Vorgaben der jeweiligen Förderrichtlinien streng eingehalten werden müssen.

Eine wesentliche Vorgabe ist die Aufgreifschwelle für den geförderten Breitbandausbau. Diese ist von den Fördermittelgebern mit 30,00 MBit/s festgelegt worden. Ebenfalls vorgeschrieben ist ein Markterkundungsverfahren. In diesem werden zu einem Stichtag alle TKUs abgefragt, welche Bandbreite sie an den vorhandenen Anschlüssen auf Kundennachfrage bereits zur Verfügung stellen können. Zugleich wird abgefragt, ob ein TKU die Absicht hat, binnen der drei folgenden Jahre selbst einen Ausbau vorzunehmen, der zu einer verfügbaren Bandbreite über der Aufgreifschwelle führen wird.

Nur wenn gemäß den Angaben der TKUs die Aufgreifschwelle nicht überschritten wird und perspektivisch nicht mindestens 30,00 MBit/s zur Verfügung gestellt werden können, darf die Adresse in die Ausbaugebiete einbezogen werden. Nicht förderfähig sind deshalb z.B. alle Adressen, die bereits über eine Kupferkabelverbindung mit Vectoring oder eine Koaxialkabelverbindung angebunden sind.

Im Einzelfall können weitere Gründe dazu führen, dass Adressen nicht in ein Ausbaugebiet einbezogen wurden. Um eine Förderung im Kreis Recklinghausen nicht grundsätzlich auszuschließen, konnten beispielsweise Adressen in Einzel- oder Randlage wegen des hohen Bau- und Kostenaufwands nicht im Antrag berücksichtigt werden. Für diese Fälle wird es seitens des Kreises weitere Bemühungen um Unterstützung für andere Optionen geben.

Ab wann ist das schnellere Internet nutzbar?

Die im geförderten Ausbau über Glasfaserleitungen hergestellten Anschlüsse müssen freigeschaltet werden. Dies erfolgt spätestens nach Abschluss des Ausbaus eines Clusters. Cluster sind meist so angelegt, dass sie innerhalb von drei Monaten vollständig ausgebaut sind. Um das schnellere Internet über eine neue Glasfaserleitung tatsächlich nutzen zu können, muss bei einem TKU der jeweilige Tarif angepasst werden. Unter Umständen benötigen Sie auch neue Haustechnik (z.B. Router, WLAN-Repeater), um die hohen Bandbreiten auch tatsächlich an Ihren Endgeräten nutzen zu können. Hierdurch können zusätzliche Kosten entstehen. Einen Zwang, auf die höhere Bandbreite umzustellen, gibt es nicht.


 

Informationen für Unternehmen

Ich brauche im Unternehmen sofort schnelleres Internet - was kann ich tun?

Auf den Websites der TKUs kann für deren eigene Angebote meistens ein adressgenauer Verfügbarkeitscheck durchgeführt werden. Oft ist es möglich, auf Basis der schon vorhandenen Netzinfrastruktur in ein leistungsfähigeres, breitbandigeres Produkt des aktuellen oder eines anderen Telekommunikationsunternehmens zu wechseln.

Dies könnte ein Vectoring-Produkt sein. Vectoring steht insbesondere dort zur Verfügung, wo die Telekommunikationsnetze in den letzten Jahren bereits aufgerüstet wurden. Zumeist erfolgte dies, indem die Anschlusskästen im Straßenraum mit aktiver Technik ausgestattet und über Glasfaserleitungen statt Kupferkabeln mit den übergeordneten Netzen verbunden wurden.

Steht diese Option an Ihrem Unternehmensstandort nicht zur Verfügung, bedarf es für schnelleres Internet meist eines Wechsels auf Glasfaser. Da diese in Tiefbauverfahren verlegt werden muss, sollten Sie frühzeitig Ihren Bedarf klären und mit einem TKU die Möglichkeiten eines Glasfaseranschlusses besprechen.

Falls sehr kurzfristig eine Lösung erforderlich ist, können auch Alternativen wie Richtfunk geprüft werden. Diese Lösungen sind meistens Übergangslösungen und mit hohen Kosten verbunden.
Sprechen Sie bei Bedarf für weitere Informationen gerne die vom Kreis beauftragte Breitbandkoordination Emscher-Lippe an.

Wieso kostet ein Business-Anschluss mehr als mein Anschluss zu Hause?

Ein Business-Anschluss für Unternehmen unterscheidet sich in den enthaltenen Leistungen maßgeblich von einem Privatkunden-Tarif. Dies betrifft zumeist eine wesentlich höhere Download- und Upload-Geschwindigkeit oder sogar eine symmetrische Bandbreite, bei der Download und Upload mit derselben Geschwindigkeit nutzbar sind. Zudem werden die Bandbreiten in der Regel garantiert, die tatsächliche Verfügbarkeit der Verbindung wird beispielsweise mit Backup-Anbindung sowie kürzeren Reaktions- und Entstörzeiten im Störfall garantiert. Darüber hinaus sind in den meisten Fällen statische IP-Adressen nutzbar.
 

Experteninfos

Was sind so genannte „weiße Flecken“?

Die „weißen Flecken“ der Breitbandversorgung sind per Definition des Bundes als Fördermittelgeber alle Adressen, an denen ein Internetzugang nicht mindestens mit 30,00 MBit/s im Download verfügbar ist. Verfügbarkeit meint hier, dass es kein Telekommunikationsunternehmen geben darf, das aufgrund der technischen Voraussetzungen an dem Anschluss der Adresse in der Lage wäre, einen Datenstrom von mindestens 30,00 MBit/s im Download anzubieten. Dies ist unabhängig davon, welches Produkt Sie von welchem Telekommunikationsunternehmen tatsächlich gebucht haben, sondern bezieht sich auf die höchste Downloadgeschwindigkeit, die Sie an dem gewünschten Standort von einem beliebigen TKU buchen könnten.

Die Bezeichnung als „weißer Fleck“ ist für jede einzelne Adresse das entscheidende Kriterium, ob sie in den geförderten Ausbau einbezogen werden darf. Dies darf sie nur, wenn die Aufgreifschwelle weder aktuell noch innerhalb von drei Jahren nach einer durchzuführenden Markterkundung überschritten wird.

Wie viel kostet der Breitbandausbau im Kreis und wer bezahlt ihn?

Der breitbandige Netzausbau, die Herstellung von mehr als 11.000 Anschlüssen in Privathaushalten, Unternehmen und Schulen sowie deren Betrieb für mindestens sieben Jahre ist von den vom Kreis beauftragten TKU in der Summe mit weit mehr als 70 Millionen Euro kalkuliert. Die Kosten werden zunächst von den TKUs getragen.

Der Kreis Recklinghausen hat beim Bund und beim Land NRW jeweils zwei Anträge auf Förderung des Breitbandausbaus gestellt und bewilligt bekommen. Grundlagen für eine Förderung sind die Förderrichtlinie des Bundes unter dem Titel „Richtlinie für die Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“ sowie die darauf bezogene „Richtlinie des Landes NRW zur Kofinanzierung des Bundesprogramms“. Der Kreis hat bei beiden Fördermittelgebern die Höchstsätze der möglichen Förderung von je genau der Hälfte der Kosten beantragt, die dem Kreis als Auftraggeber von den TKU in Rechnung gestellt werden dürfen; das sind insgesamt 68,35 Mio. Euro. Der Kreis begleicht diese Rechnungen zunächst als Auftraggeber, erhält aber im Nachgang dazu als Zuwendungsempfänger des Bundes und Landes NRW diese Kosten des Ausbaus und Betriebs erstattet. Weder der Kreis noch die kreisangehörigen Städte müssen einen finanziellen Eigenanteil für den Breitbandausbau aufbringen.

In Rechnung gestellt werden dürfen dem Kreis im Anschluss nur die Wirtschaftlichkeitslücken. Das sind die Kosten, die den TKUs durch den Ausbau undden Betrieb entstehen, aber nicht innerhalb von sieben Jahren durch Einnahmen aus neuen Kundenverträgen gedeckt werden. Die Kalkulation der Wirtschaftlichkeit ist auf die siebenjährige Zweckbindungsfrist der Förderung beschränkt. Nach dieser Zeit sollen die TKUs in jedem Los mithilfe der Fördermittel eine „schwarze Null“ erreicht haben.

 

Förderer, Kontakte und Links

Bei Fragen zum Breitbandausbau im Kreis Recklinghausen wenden Sie sich bitte per E-Mail an breitband@kreis-re.de

Ihre Frage oder Nachricht wird themenspezifisch weitergeleitet und vom Breitbandbeauftragten des Kreises Recklinghausen, der Breitbandkoordination Emscher-Lippe oder Ihrem städtischen Breitbandbeauftragten beantwortet.

Sofern Sie eine Frage stellen, deren Antwort von allgemeinem Interesse ist, fügen wir diese auch dem Bereich Bürger, Unternehmen oder Experten dieser Internetseite hinzu.

Weitere Informationen zu Breitbandthemen erhalten Sie auch hier:

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Stand 20190315 V01