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Breitbandausbau im Kreis Recklinghausen aktuell

Wir haben für Sie grundlegende Informationen zum geförderten Breitbandausbau im Kreis Recklinghausen zusammengestellt.

Diese Seite wird regelmäßig erweitert und aktualisiert. Der Stand der letzten Aktualisierung ist am Seitenende angegeben.

Die im Folgenden verwendete Abkürzung TKU steht für Telekommunikationsunternehmen.

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Der allererste "Spatenstich" des geförderten Breitbandausbaus im Kreis Recklinghausen erfolgte am 10.04.2019 an der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule in Recklinghausen mit Landrat Cay Süberkrüb sowie Vertretern der Fördermittelgeber Bund und Land, der Stadt Recklinghausen und der beauftragten Gelsen-Net.
 
 
 

Basisinfos Breitbandausbau mit Förderung von Bund und Land NRW

Warum kümmert sich der Kreis um den geförderten Breitbandausbau?

Der Kreis Recklinghausen hat Anfang 2017 mit allen zehn kreisangehörigen Städten eine Kooperationsvereinbarung zum geförderten Breitbandausbau im gesamten Kreisgebiet abgeschlossen. Mit dieser Vereinbarung konnte sich der Kreis um Fördermittel des Bundes und des Landes bewerben, um im gesamten Kreisgebiet möglichst viele „weiße Flecken“ - das sind Adressen mit weniger als 30 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit - zu beseitigen und mit schnellem Internet zu versorgen.

Wie und warum fördern Bund und Land NRW den Breitbandausbau im Kreisgebiet?

Mitte 2017 hat der Bund die gemäß seiner Richtlinie möglichen 50 % der beantragten Mittel vorläufig bewilligt. Der Antrag des Kreises auf Kofinanzierung durch das Land NRW in Höhe weiterer 50 % wurde ebenfalls positiv beschieden auf Grundlage der „Richtlinie des Landes NRW zur Kofinanzierung des Bundesprogramms“. Die letztlich insgesamt benötigten Finanzmittel in Höhe von 68,35 Millionen Euro wurden Anfang 2019 von Bund und Land NRW endgültig bewilligt.

Der Kreis hatte auf Grundlage der Kooperationsvereinbarung und mit den Ergebnissen eines verbindlich zuvor flächendeckend durchgeführten Markterkundungsverfahrens im sogenannten 4. Call des Bundesförderprogramms Breitbandausbau - der „Richtlinie für die Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“, kurz Förderrichtlinie Bund - zwei Förderanträge eingereicht. Finanziell gedeckt werden sollte daraus die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke der TKUs. Diese entsteht durch die Kosten für Herstellung und Betrieb von Netz und Anschlüssen bei den TKUs, weil diese auch über mehrere Jahre hinweg nicht durch Einnahmen gedeckt werden können.

Wie wurden die mit dem Ausbau beauftragten Unternehmen ausgewählt?

Es gab eine europaweite Ausschreibung als mehrstufiges Verfahren. Darin wurden TKUs gesucht, die fähig und bereit sind, ein sogenanntes NGA-Netz, also ein breitbandiges Netz auf Niveau Next-Generation-Access, auszubauen und für mindestens sieben Jahre zu betreiben. Die Ausschreibung erfolgte wegen der Förderhöchstgrenzen des Bundes getrennt in einem Fördergebiet Nord und Süd sowie zum Erreichen eines bestmöglichen Wettbewerbs der TKUs jeweils in zwei Losen.

Was ist das Infrastrukturziel des geförderten Breitbandausbaus und was wird neu gebaut?

Am 22.02.2019 wurden vom Kreis Recklinghausen und den TKUs die Verträge für vier Lose unterschrieben. Beauftragt wurden die Deutsche Telekom AG und die GELSEN-NET Kommunikationsgesellschaft mbH. Durch diese erfolgt der Breitbandausbau für Privathaushalte und Unternehmen in fast allen „weißen Flecken“ sowie von allen 207 Schulen im Kreisgebiet. Insgesamt bedeutet das weit über 11.000 geförderte Glasfaseranschlüsse in den zehn Städten.

Die Glasfaseranschlüsse werden von den beauftragten TKUs als „FTTH“ („fibre to the home“) ausgeführt. Somit werden die gesamten neuen Netze in Glasfaser bis zum Haus- bzw. Wohnungsanschluss gebaut, statt wie bisher üblich auf den letzten Metern mit Kupfer- oder Koaxialkabeln. Mit dem durchgängigen Ausbau in Glasfaser werden die Voraussetzungen geschaffen, den Anschlussnehmern echtes „Breitband“ anzubieten, da mit diesen Netzen grundsätzlich Datenströme im Gigabit-Bereich möglich sind.

Welche Bandbreiten werden nach dem Ausbau zur Verfügung stehen?

Der Ausbau muss in den definierten Ausbaugebieten flächendeckend im förderrechtlichen Sinne erfolgen. Dies bedeutet in den geförderten Bereichen für 100 % der Haushalte zuverlässig eine breitbandige Datenübertragungsrate von mindestens 50 MBit/s im Downstream und für 80 % der Haushalte sogar zuverlässig eine Datenübertragungsrate von mindestens 100 MBit/s im Downstream.

Vom Kreis wurden die Anforderungen in den EU-weiten Ausschreibungen höher und damit zukunftssicher formuliert. Innerhalb der Ausbaugebiete sollen an Sonderstandorten wie Schulen sowie für Unternehmen in Gewerbegebieten Übertragungsraten von mindestens 1 GBit/s symmetrisch zur Verfügung stehen. Die Anforderung der Symmetrie der Datenströme wurde auch für die Haushalte formuliert.

Symmetrie der Datenströme bedeutet, dass sowohl im Download (aus dem Netz) als auch im Upload (in das Netz) die gleiche Bandbreite garantiert wird und nicht durch andere Anschlussnehmer auf der gleichen Leitung gemindert wird. Die Anforderungen sind im Ergebnis nur mit einem durchgängigen Glasfasernetz errfüllbar. Glasfaser wiederum ermöglicht technisch auch deutlich mehr als 1 GBit/s symmetrisch; die tatsächliche Bandbreite wird daher über das beauftragte Produkt bestimmt.

Wann beginnt und wie lange dauert der kreisweite Ausbau?

Der von Bund und Land geförderte Ausbau des NGA-Netzes (Next-Generation-Access) erfolgt in den vier Losen zeitlich parallel. Nach aktuellem Planungsstand soll der erste Spatenstich im April 2019 erfolgen. Der weitere Ausbau erfolgt dann in jedem Los nacheinander in mehreren Ausbauteilgebieten (Cluster). Die neuen Anschlüsse innerhalb eines Clusters werden jeweils nach dessen Fertigstellung freigeschaltet. Die letzte Freischaltung ist für Mitte 2021 geplant.

Allgemeine Informationen für Bürger

Wann wird wo im Kreisgebiet ausgebaut?

Das Kreisgebiet ist in ein Fördergebiet Nord und ein Fördergebiet Süd mit jeweils zwei Losen aufgeteilt. Das Los Nord 1 umfasst die Städte Dorsten und Gladbeck, Los Nord 2 die Städte Haltern am See, Marl und Oer-Erkenschwick, das Los Süd 1 die Städte Datteln und Waltrop sowie das Los Süd 2 die Städte Herten, Recklinghausen und Castrop-Rauxel.

Der allererste offizielle Spatenstich des geförderten Breitbandausbaus erfolgte im Fördergebiet Süd am 10.04.2019 durch Landrat Cay Süberkrüb in Recklinghausen, der allererste im Fördergebiet Nord am 12.04.2019 durch seinen Stellvertreter Harald Nübel in Dorsten. Hiernach darf nun im gesamten Kreisgebiet der geförderte Breitbandausbau planmäßig voran getrieben werden. Die allerletzte Freischaltung eines Glasfaseranschlusses ist für Mitte 2021 geplant.

Innerhalb der Städte eines Loses wurden nach den förderrechtlichen Vorgaben Ausbaugebiete definiert, deren „weiße Flecken“ in den geförderten Ausbau einbezogen werden. Innerhalb der Ausbaugebiete sind sogenannte Cluster als Ausbauabschnitte definiert. Sie werden von den beiden TKUs unterschiedlich bearbeitet. Die Deutsche Telekom wird in der Regel jeweils binnen drei Monaten ein Cluster vollständig ausbauen und freischalten. Die Gelsennet baut in den Clustern zunächst (nur) die Basisinfrastruktur auf und stellt zu einem späteren Zeitpunkt die Hausanschlüsse her. Die TKUs arbeit mit durchschnittlich neun Clustern je Los und damit über einen Ausbauzeitraum von insgesamt zirka zwei Jahren.

Seit Mitte April liegen erste Zeitpläne für das Jahr 2019 vor. Eine erste Übersichtskarte stellt die Ausbau-Cluster und deren Status mit einer Ampel-Signatur dar: Ist der Ausbaustart im angegebenen Zeitraum nicht geplant (rot), bereits erfolgt (orange) und soll im angegebenen Zeitraum auch abgeschlossen werden (gelb) oder ist er sogar schon abgeschlossen (grün)?

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Für eine weitere zeitliche Orientierung werden die Cluster-Namen und der geplante Beginn der Tiefbauarbeiten nach Quartalen benannt:

  • 2. Quartal 2019/>April: Datteln, Haltern am See, Herten Nord, Recklinghausen Nord und Mitte, Castrop-Rauxel Nord;
  • 3. Quartal 2019/>Juli: Castrop-Rauxel Süd, Dorsten (inkl. Wulfen, exkl. Rhade), Marl, Waltrop,
  • 4. Quartal 2019/>September: Herten Süd, Recklinghausen Süd.

Bitte beachten Sie: Die Cluster-Namen der Liste sind nicht deckungsgleich mit den Namen der Kartenblätter (s. Frage "Liegt meine Adresse im geförderten Ausbaugebiet?") oder der vorstehenden Übersichtskarte und die Zeitangaben sind keine verbindlichen Festlegungen der ausbauenden TKUs; vielmehr können im Zuge der fortschreitenden Planungen Änderungen erforderlich sein.

Liegt meine Adresse im geförderten Ausbaugebiet?

Aus den hier eingestellten Karten können Sie für jede einzelne Stadt ersehen, welche Adressen im geförderten Ausbau liegen. Sie sind in den Karten mit einem grünen Punktsymbol an der Hauskoordinate markiert. Diese Adressen wurden vom Kreis für den geförderten Breitbandausbau beauftragt. Darüber hinaus finden Sie in einzelnen Karten gelbe Dreiecksymbole. Für diese Adressen läuft die Prüfung, ob sie im Zuge des geförderten Ausbaus mit ausgebaut werden können. Eine verbindliche Entscheidung wird vom TKU erst mit Abschluss der konkreten Planung getroffen. Adressen, die weder beauftragt werden konnten, noch in der Prüfung sind, werden nicht dargestellt.

Karten zum geförderten Breitbandausbau:

Sollten Sie aus der Karte im Einzelfall den Status zu Ihrer eigenen Adresse nicht hinreichend erkennen können, wenden Sie sich gerne für eine adressgenaue Anfrage über das Kontaktformular resp. die E-Mail-Adresse am Ende dieser Website an uns.

Welche Adressen liegen nicht im geförderten Ausbaugebiet?

Der Breitbandausbau im Kreis Recklinghausen erfolgt zu 100 % mit Fördermitteln von Bund und Land NRW. Dies bedingt, dass die Vorgaben der jeweiligen Förderrichtlinien streng eingehalten werden müssen.

Eine wesentliche Vorgabe ist die Aufgreifschwelle für den geförderten Breitbandausbau. Diese ist von den Fördermittelgebern mit 30,00 MBit/s festgelegt worden. Ebenfalls vorgeschrieben ist ein Markterkundungsverfahren. In diesem werden zu einem Stichtag alle TKUs abgefragt, welche Bandbreite sie an den vorhandenen Anschlüssen auf Kundennachfrage bereits zur Verfügung stellen können. Zugleich wird abgefragt, ob ein TKU die Absicht hat, binnen der drei folgenden Jahre selbst einen Ausbau vorzunehmen, der zu einer verfügbaren Bandbreite über der Aufgreifschwelle führen wird.

Nur wenn gemäß den Angaben der TKUs die Aufgreifschwelle nicht überschritten wird und perspektivisch nicht mindestens 30,00 MBit/s zur Verfügung gestellt werden können, darf die Adresse in die Ausbaugebiete einbezogen werden. Nicht förderfähig sind deshalb z.B. alle Adressen, die bereits über eine Kupferkabelverbindung mit Vectoring oder eine Koaxialkabelverbindung angebunden sind.

Im Einzelfall können weitere Gründe dazu führen, dass Adressen nicht in ein Ausbaugebiet einbezogen wurden. Um eine Förderung im Kreis Recklinghausen nicht grundsätzlich auszuschließen, konnten beispielsweise Adressen in Einzel- oder Randlage wegen des hohen Bau- und Kostenaufwands nicht im Antrag berücksichtigt werden. Für diese Fälle wird es seitens des Kreises weitere Bemühungen um Unterstützung für andere Optionen geben.

Ab wann ist das schnellere Internet nutzbar?

Die im geförderten Ausbau über Glasfaserleitungen hergestellten Anschlüsse müssen freigeschaltet werden. Dies erfolgt spätestens nach Abschluss des Ausbaus eines Clusters. Cluster sind meist so angelegt, dass sie innerhalb von drei Monaten vollständig ausgebaut sind. Um das schnellere Internet über eine neue Glasfaserleitung tatsächlich nutzen zu können, muss bei einem TKU der jeweilige Tarif angepasst werden. Unter Umständen benötigen Sie auch neue Haustechnik (z.B. Router, WLAN-Repeater), um die hohen Bandbreiten auch tatsächlich an Ihren Endgeräten nutzen zu können. Hierdurch können zusätzliche Kosten entstehen. Einen Zwang, auf die höhere Bandbreite umzustellen, gibt es nicht.

Wie kann ich feststellen, wie schnell mein vorhandener Anschluss tatsächlich ist?

Um festzustellen, mit welcher Bandbreite das Internet auf Ihrem Endgerät nutzbar ist, können Sie den Geschwindigkeitstest der Bundesnetzagentur unter Breitbandmessung.de nutzen. Sie können die gemessene Datenübertragungsrate mit der vertraglich vereinbarten Datenübertragungsrate vergleichen.

Beachten Sie bitte, dass das Meßergebnis am Endgerät einen geringen Wert ausweisen wird, als an Ihrem Hausanschluss tatsächlich anliegt. Durch die zwischengeschalteten Geräte und Übertragungen wie Router, hausinterne Leitungen, W-LAN und Mitnutzer sowie Leistungsfähigkeit des Endgeräts selbst, können die gemessenen Werte erheblich gemindert sein.

Ergänzende Informationen zur Bandbreitenmessung und Ihren Möglichkeiten bei zu großen Abweichungen von vertraglich zugesicherter und verfügbarer Bandbreite finden Sie zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale NRW.

 

Informationen für Unternehmen

Ich brauche im Unternehmen sofort schnelleres Internet - was kann ich tun?

Auf den Websites der TKUs kann für deren eigene Angebote meistens ein adressgenauer Verfügbarkeitscheck durchgeführt werden. Oft ist es möglich, auf Basis der schon vorhandenen Netzinfrastruktur in ein leistungsfähigeres, breitbandigeres Produkt des aktuellen oder eines anderen Telekommunikationsunternehmens zu wechseln.

Dies könnte ein Vectoring-Produkt sein. Vectoring steht insbesondere dort zur Verfügung, wo die Telekommunikationsnetze in den letzten Jahren bereits aufgerüstet wurden. Zumeist erfolgte dies, indem die Anschlusskästen im Straßenraum mit aktiver Technik ausgestattet und über Glasfaserleitungen statt Kupferkabeln mit den übergeordneten Netzen verbunden wurden.

Steht diese Option an Ihrem Unternehmensstandort nicht zur Verfügung, bedarf es für schnelleres Internet meist eines Wechsels auf Glasfaser. Da diese in Tiefbauverfahren verlegt werden muss, sollten Sie frühzeitig Ihren Bedarf klären und mit einem TKU die Möglichkeiten eines Glasfaseranschlusses besprechen.

Falls sehr kurzfristig eine Lösung erforderlich ist, können auch Alternativen wie Richtfunk geprüft werden. Diese Lösungen sind meistens Übergangslösungen und mit hohen Kosten verbunden.
Sprechen Sie bei Bedarf für weitere Informationen gerne die vom Kreis beauftragte Breitbandkoordination Emscher-Lippe an.

Wieso kostet ein Business-Anschluss mehr als mein Anschluss zu Hause?

Ein Business-Anschluss für Unternehmen unterscheidet sich in den enthaltenen Leistungen maßgeblich von einem Privatkunden-Tarif. Dies betrifft zumeist eine wesentlich höhere Download- und Upload-Geschwindigkeit oder sogar eine symmetrische Bandbreite, bei der Download und Upload mit derselben Geschwindigkeit nutzbar sind. Zudem werden die Bandbreiten in der Regel garantiert, die tatsächliche Verfügbarkeit der Verbindung wird beispielsweise mit Backup-Anbindung sowie kürzeren Reaktions- und Entstörzeiten im Störfall garantiert. Darüber hinaus sind in den meisten Fällen statische IP-Adressen nutzbar.
 

Experteninfos

Was sind so genannte „weiße Flecken“?

Die „weißen Flecken“ der Breitbandversorgung sind per Definition des Bundes als Fördermittelgeber alle Adressen, an denen ein Internetzugang nicht mindestens mit 30,00 MBit/s im Download verfügbar ist. Verfügbarkeit meint hier, dass es kein Telekommunikationsunternehmen geben darf, das aufgrund der technischen Voraussetzungen an dem Anschluss der Adresse in der Lage wäre, einen Datenstrom von mindestens 30,00 MBit/s im Download anzubieten. Dies ist unabhängig davon, welches Produkt Sie von welchem Telekommunikationsunternehmen tatsächlich gebucht haben, sondern bezieht sich auf die höchste Downloadgeschwindigkeit, die Sie an dem gewünschten Standort von einem beliebigen TKU buchen könnten.

Die Bezeichnung als „weißer Fleck“ ist für jede einzelne Adresse das entscheidende Kriterium, ob sie in den geförderten Ausbau einbezogen werden darf. Dies darf sie nur, wenn die Aufgreifschwelle weder aktuell noch innerhalb von drei Jahren nach einer durchzuführenden Markterkundung überschritten wird.

Wie viel kostet der Breitbandausbau im Kreis und wer bezahlt ihn?

Der breitbandige Netzausbau, die Herstellung von mehr als 11.000 Anschlüssen in Privathaushalten, Unternehmen und Schulen sowie deren Betrieb für mindestens sieben Jahre ist von den vom Kreis beauftragten TKU in der Summe mit weit mehr als 70 Millionen Euro kalkuliert. Die Kosten werden zunächst von den TKUs getragen.

Der Kreis Recklinghausen hat beim Bund und beim Land NRW jeweils zwei Anträge auf Förderung des Breitbandausbaus gestellt und bewilligt bekommen. Grundlagen für eine Förderung sind die Förderrichtlinie des Bundes unter dem Titel „Richtlinie für die Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“ sowie die darauf bezogene „Richtlinie des Landes NRW zur Kofinanzierung des Bundesprogramms“. Der Kreis hat bei beiden Fördermittelgebern die Höchstsätze der möglichen Förderung von je genau der Hälfte der Kosten beantragt, die dem Kreis als Auftraggeber von den TKU in Rechnung gestellt werden dürfen; das sind insgesamt 68,35 Mio. Euro. Der Kreis begleicht diese Rechnungen zunächst als Auftraggeber, erhält aber im Nachgang dazu als Zuwendungsempfänger des Bundes und Landes NRW diese Kosten des Ausbaus und Betriebs erstattet. Weder der Kreis noch die kreisangehörigen Städte müssen einen finanziellen Eigenanteil für den Breitbandausbau aufbringen.

In Rechnung gestellt werden dürfen dem Kreis im Anschluss nur die Wirtschaftlichkeitslücken. Das sind die Kosten, die den TKUs durch den Ausbau undden Betrieb entstehen, aber nicht innerhalb von sieben Jahren durch Einnahmen aus neuen Kundenverträgen gedeckt werden. Die Kalkulation der Wirtschaftlichkeit ist auf die siebenjährige Zweckbindungsfrist der Förderung beschränkt. Nach dieser Zeit sollen die TKUs in jedem Los mithilfe der Fördermittel eine „schwarze Null“ erreicht haben.

Warum wird an einigen Stellen Glasfaser verlegt, wenn dort schon eine liegt?

Der Kreis Recklinghausen musste mit seinem Förderantrag im Februar 2017 verbindlich festlegen, in welchen Bereichen ein gefördertes Glasfasernetz gebaut werden soll. Grundlage dafür waren ein verpflichtend vorgeschriebenes Markterkundungsverfahren und ein Interessenbekundungsverfahren (s. dazu weitere Frage). In diesem hat der Kreis alle Telekommunikationsunternehmen (TKUs) um Informationen zu vorhandenen und für die nächsten drei Jahre für den Ausbau geplante eigene Anschlüsse und deren Bandbreite erbeten. Auf Basis dieser Daten ist eine Liste der Adressen erstellt worden, die gefördert ausgebaut werden dürfen und sollen. Der Bund hat diese Liste nach einem Punktesystem bewertet; ein Kernkriterium war vereinfacht dargestellt: Wie viele Anschlüsse können mit welchem finanziellen Einsatz realisiert werden? Anhand der erreichten Punktzahl wurde von der höchsten aller Mitbewerber ausgehend festgelegt, welche der bundesweit gestellten Anträge mit der begrenzten Fördersumme bedient werden.

Für den Kreis waren die Auskünfte der TKUs bindend; für die TKUs selbst sind sie das hingegen nicht. Der Kreis hat daher nur Ausbauzusagen aus diesen Verfahren und verbindliche bis zur Antragstellung berücksichtigt. Spätere sowie unverbindliche Absichtserklärungen blieben unberücksichtigt, weil dies dazu hätte führen können, dass Anschlüsse später weder eigenwirtschaftlich von einem TKU noch mit Förderung ausgebaut werden. Denn: Wenn sich ein TKU nach der Antragstellung im Februar 2017 entschieden hat, ein Gebiet entgegen seiner Planung nicht auszubauen, ist das Gebiet unverändert von der aktuellen Förderung ausgeschlossen. Ebenso im umgekehrten Fall: Es gibt Straßenzüge, in denen geförderte Anschlüsse hergestellt werden, die in den letzten zwei Jahren eigenwirtschaftlich mit Glasfaser versorgt worden sind.

Hätte der Kreis die Adressen nach der Antragstellung noch ändern können? Grundsätzlich hätte der Kreis mit jeder Änderung, die ihm bekannt geworden ist, den Förderantrag entsprechend anpassen dürfen. Das hätte aber jedes Mal die Frage der Verbindlichkeit der Ausbauerklärungen neu aufgeworfen und hätte für den Förderantrag zur Folge gehabt, dass auch jedes Mal eine neue Berechnung des Punktwertes seitens des Bundes erfolgt wäre. Die wiederkehrenden Verfahren hätten nicht nur den Start für den geförderten Breitbandausbau im gesamten Fördergebiet um Monate oder sogar Jahre verzögert. Sie hätten jedes Mal auch dazu führen können, dass der Förderantrag für ein ganzes Fördergebiet mit je fünf Städten gar nicht mehr in die Förderung des Bundes kommt, somit also keine einzige Adresse mit Fördermitteln ausgebaut werden kann. Auf diesen Grundlagen hat der Kreis in Absprache mit den kreisangehörigen Städten beschlossen, den Anfang 2017 formulierten Antrag nicht mehr zu ändern, um die zügige Beseitigung möglichst vieler weißer Flecken nicht zu gefährden.

Was ist der Unterschied zwischen gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau?

Im geförderten Breitbandausbau werden Art und Umfang des Ausbaus grundlegend in einem Förderbescheid geregelt (hier des Bundes), der auf Antrag ergeht (hier des Kreises RE). Grundsätzlich ist dabei auch ein sog. einheitliches Materialkonzept einzuhalten, welches die Verlegung von Leerrohren mit Reservekapazitäten vorsieht. So können auch im Nachgang zu dem beauftragten Ausbau noch zusätzliche Anschlüsse eingerichtet werden. Das neue Netz ist zudem "open access" und darf daher von jedem TKU, das in Deutschland zugelassen ist, mitgenutzt werden (gegen Entgelt), so dass der Kunde an einem geförderten Anschluss frei entscheiden kann, mit welchem TKU er einen Vertrag abschließt.

Diese Vorgaben gelten nicht für den eigenwirtschaftlichen Breitbandausbau. Eigenwirtschaftlich bedeutet zum Einen, dass keine öffentlichen Gelder in den Ausbau fließen, sondern das TKU ausschließlich eigene Finanzmittel einsetzt. Zum Anderen entscheidet das TKU auch nach eigenen wirtschaftlichen Erwägungen, wo sich ein Ausbau lohnt. Bevor es sich für einen Ausbau entscheidet, führt es in der Regel eine Nachfragebündelung durch, bei der sich eine Mindestzahl von potentiellen Neukunden tatsächlich positiv erklären muss (meist Mindestquote 40%). Nur wenn diese Quote erreicht wird, baut das TKU das Gebiet tatsächlich aus.
 

Förderer, Kontakte und Links

Bei Fragen zum Breitbandausbau im Kreis Recklinghausen wenden Sie sich bitte per E-Mail an breitband@kreis-re.de

Ihre Frage oder Nachricht wird themenspezifisch weitergeleitet und vom Breitbandbeauftragten des Kreises Recklinghausen, der Breitbandkoordination Emscher-Lippe oder Ihrem städtischen Breitbandbeauftragten beantwortet.

Sofern Sie eine Frage stellen, deren Antwort von allgemeinem Interesse ist, fügen wir diese auch dem Bereich Bürger, Unternehmen oder Experten dieser Internetseite hinzu.

Weitere Informationen zu Breitbandthemen erhalten Sie auch hier:

Über die Links an den Namen der beiden mit dem Ausbau beauftragten Unternehmen finden Sie ergänzend deren Website mit unternehmensspezifischen Informationen zum geförderten Breitbandausbau im Kreis Recklinghausen: Telekom Deutschland GmbH und der Gelsen-Net GmbH.

Ebenso stehen Ihnen über die Links an den nachstehenden Namen der kreisangehörigen Städte ergänzend deren Website mit lokalen Informationen zum geförderten Breitbandausbau zur Verfügung (soweit vorhanden): Castrop-Rauxel, Datteln, Dorsten, Gladbeck, Haltern am See, Herten, Marl, Oer-Erkenschwick, Recklinghausen und Waltrop.

Diese Website des Kreises Recklinghausen ist zum geförderten Breitbandausbau im Kreisgebiet die zentrale Informationsplattform für Sie. 

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