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Leistung Zukunftswerkstatt / Zuhause leben im Alter

Das Netzwerk „Zuhause leben im Alter“ umfasst die bis 2012 geförderten Angebote der „Psychosozialen Beratung /Begleitung“ und der „Persönlichen betreuerischen Hilfen im Einzelfall“. Das Netzwerk erleichtert den Zugang der Zielgruppe zur Angebotspalette und fördert die trägerübergreifende Zusammenarbeit, insbesondere für die Themen „Demenz“ und „Ehrenamt“. Die Bereitschaft zu einer verbandsübergreifenden Zusammenarbeit wird gewährleistet. 

Gegenstand der psychosozialen Beratung ist die gemeinsame Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten für Probleme und Belastungen älterer Menschen und ihrer Angehörigen mit einem Unterstützungsbedarf im häuslichen Bereich. Ziel ist die Verbesserung der Bewältigungs- und Handlungskompetenz der Beteiligten. Der Beratungsprozess berücksichtigt die individuelle Situation von Betroffenen und helfenden Personen, ihre Ressourcen wie auch Grenzen und bezieht systemische Gesichtspunkte wie z. B. familiäre Beziehungen, sozialräumliche Ansätze, Biographie mit ein. Im Rahmen psychosozialer Beratung wird familienorientierte Konfliktberatung ebenso angeboten wie person- oder themenorientierte Beratung. 

Persönliche betreuerische Hilfen im Einzelfall umfassen stundenweise Betreuungen,die den individuellen Notwendigkeiten des Bedarfs des Einzelnen dienen und die Wünsche des Einzelnen sowie der pflegenden Angehörigen berücksichtigen. Sie sollen dem Pflegebedürftigen und seinen pflegenden Angehörigen die Lebensqualität erhalten oder eine verbesserte Lebensqualität schaffen. 

Je nach Bedarf wird eine zeitlich begrenzte, prozessorientierte Begleitung im Sinne eines „Case-Managements“ angeboten und die Hilfe den sich verändernden Lebenssituationen angepasst. Ein persönlicher Ansprechpartner steht zur Verfügung.

Zielsetzung

Gemeinsames Ziel der Angebote des Netzwerkes ist ein nachhaltiger Beitrag zur Erhaltung und/oder Verbesserung der Lebensqualität des älteren und/oder pflegebedürftigen Menschen und seiner Angehörigen. Damit verbunden ist das Ziel, dem Wunsch der Menschen gemäß einen möglichst langen Verbleib in der eigenen häuslichen Umgebung durch die Förderung seiner Selbständigkeit, den Erhalt der Pflegefähigkeit seiner Angehörigen und die Aktivierung von Ressourcen innerhalb des Quartiers (Wohnumfeldes) zu unterstützen.

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an in der eigenen Häuslichkeit lebende ältere Menschen und ihre Angehörigen bzw. ihr soziales Hilfesystem, wenn aufgrund altersbedingter Einschränkungen, Krankheit und Pflegebedürftigkeit ein Unterstützungsbedarf bei der Alltagsbewältigung besteht. Einen Schwerpunkt bilden dabei die demenzkranken Menschen sowie allein und/oder isoliert lebende Personen.

Inhalte / Arbeitsfelder

Örtliche Besonderheiten sind bei der Erfüllung dieses Anforderungsprofils zu berücksichtigen. Im Rahmen der Methodik ist bei den Arbeitsinhalten und -feldern nach Einzelfallhilfen und Gruppenarbeit zu unterscheiden, der sozialräumliche Ansatz ist dabei zwingend zu berücksichtigen.

 Die Aufzählung der Arbeitsinhalte und Arbeitsfelder ist weder absolut noch abschließend.

 Unabdingbar sind:

  • Erstgespräche zur Ermittlung des Unterstützungsbedarfs – i. d. R. in der Häuslichkeit des älteren Menschen
  • Hausbesuche zur Planung, Sicherung und Vereinbarung der unterstützenden Hilfen
  • Psychosoziale Beratung (s. o.)
  • Krisenmanagement
  • Allgemeine (sog. „einfache“) Wohnberatung
  • Sozialrechtliche Beratung
  • Information und Beratung zum Hilfesystem
  • Entwicklung eines individuell abgestimmten Hilfeangebots
  • Vermittlung / Organisation vereinbarter Hilfen
  • Unterstützende Einsätze für ältere Menschen und niederschwellige Angebote für demenzkranke Menschen, wie z. B.
    • Einzelbetreuung in der eigenen Häuslichkeit
    • Spaziergänge, Arztbesuche und Behördengänge
    • Ermöglichung der Teilnahme an Veranstaltungen
    • differenzierte Gruppenangebote für ältere und demenzkranke Menschen
  • Kooperation mit den kommunalen Beratungs- und Infocentern Pflege (BIP)
  • Koordination und Kooperation unterschiedlicher Angebote und Anbieter vor Ort
  • Gewinnung, Schulung, Begleitung und Einsatz ehrenamtlich engagierter Menschen
  • Engagierte Öffentlichkeitsarbeit

Optionale Arbeitsinhalte und Arbeitsfelder sind u. a. auch

  • Gesprächskreise und weitere Angebote für Angehörige
  • Entwicklung neuer Projekte der Begleitung und Entlastung, insbesondere für demenzkranke Menschen
  • Gewinnung, Schulung, Begleitung und Einsatz geeigneter Mitarbeiter/-innen (z.B. Pflegeassistenten/-innen, Betreuungsassistenten/-innen, Seniorenbegleiter/-innen u. a.)

Methodik:

  • Einzelfallhilfen
  • Gruppenarbeit
  • sozialräumlicher Ansatz

Qualitätskriterien der Träger/Anbieter:

  • Der Anbieter hat sowohl einen hauptamtlichen Ansprechpartner als auch einen Vertreter sowie Qualitätsbeauftragten für das Netzwerk zu benennen
  • Sprechzeiten, ständige Erreichbarkeit
  • Dokumentation der Beratungen und Einsätze bzw. Arbeitsfelder
  • Sicherstellung der Einarbeitung, Aus- und Fortbildung sowie Begleitung einzusetzender Kräfte

Berufliche Anforderungen an die verantwortlichen Fachkräfte bzw. das Personal:

Für die psychosoziale Beratung steht eine pädagogische Fachkraft oder ein/e Sozialarbeiter/in mit der Bereitschaft zur berufsbegleitenden Weiterbildung und mit kommunikativer, organisatorischer und sozialrechtlicher Kompetenz zur Verfügung. Für die Koordination der unterstützenden Hilfen im Einzelfall und in der Gruppe steht eine sozialpflegerisch erfahrene Person mit einschlägigen Fachkenntnissen in der Altenhilfe zur Verfügung. Die verantwortlichen Fachkräfte verfügen über die Fähigkeit zur Förderung, Motivation und Organisation freiwilligen Engagements.