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Leistung Recyclingbaustoffe und industrielle Nebenprodukte

Der Einsatz von Recyclingbaustoffen (wie z.B. RC-Schotter, Bauschutt usw.) und industriellen Nebenprodukten (wie z.B. Aschen und Schlacken) als Unterbau- oder Abfüllmaterial ist erlaubnispflichtig gem. §§ 8, 9 und 10 Wasserhaushaltsgesetz. Für die Erlaubnis ist der Kreis Recklinghausen als Untere Wasserbehörde zuständig.
Recyclingbaustoffe und industrielle Nebenprodukte können nur bei Einhaltung bestimmter Rahmenbedingungen im Erd- und Straßenbau verwendet werden.
 

Vor- und Nachteile von Recyclingbaustoffen:

Die (Wieder-) Verwendung von Altbaustoffen und industriellen Nebenprodukten als Auffüllmaterial für Tiefbaumaßnahmen ist vom Grundsatz her wünschenswert, da zum einen Deponieraum eingespart und zum anderen der Abbau natürlicher Baustoffe verringert wird. Einige sog. Recyclingbaustoffe eignen sich aufgrund ihrer bautechnischen Eigenschaften z.B. als Unterbaumaterial für Parkplätze oder Straßen. Weiterhin werden sie oft preisgünstig vermarktet.

Recyclingbaustoffe haben aber auch Nachteile: Je nach ihrer Herkunft und Zusammensetzung können sie Stoffe enthalten, die sich im Laufe von Jahren herauslösen können, wenn sie mit hindurchsickerndem Regenwasser oder Grundwasser in Berührung kommen. Hierdurch kann ein schleichender Eintrag von Schadstoffen (insbesondere Schwermetalle, Chlorid und Sulfat) das Grundwasser auf Dauer verunreinigen. Um dies auszuschließen, ist vor dem Einbau von aufbereiteten Altbaustoffen (Recyclingbaustoffen) und industriellen Nebenprodukten im Erd- und Straßenbau ein Erlaubnisverfahren vorgeschrieben. 
 

Einbauerlaubnis 

Naturbaustoffe (wie z.B. Schotter und Split aus Kalkstein, Basalt, Sandstein oder Grauwacke) und unbelastetes Bodenmaterial können erlaubnisfrei eingebaut werden. Der Einbau von nicht güteüberwachtem Material wird durch ein abfallrechtliches Verfahren der unteren Abfallwirtschaftsbehörde des Kreises Recklinghausen begleitet.
 
Eine wasserrechtliche Erlaubnis kann erteilt werden, wenn die vier folgenden Kriterien erfüllt werden:
  • Das Recyclingmaterial selbst muss nachweislich bestimmt wasserwirtschaftliche Grenzwerte unterschreiten (Güteüberwachung durch Analyseprotokoll)
  • die Einbaustelle darf wasserwirtschaftlich nicht besonders empfindlich sein (außerhalb von Wasserschutzgebieten, Abstand zu Gewässern usw.)
  • das Auswaschen von oben durch Regenwasser muss im allgemeinen ausgeschlossen sein (Abdecken des Materials mit Asphalt, Pflastersteinen etc.)
  • das Auswaschen von unten durch Grundwasser muss ausgeschlossen sein (Mindestentfernung von höchstem Grundwasserstand zu tiefster Einbaustelle einhalten)  

Rechtliche Grundlagen

  • § 10 und § 48 Wasserhaushaltsgesetz (WHG)
  • Anforderungen an den Einsatz von mineralischen Produkten aus Bautätigkeiten (Recyclingbaustoffen) im Straßen- und Erdbau vom 09.10.2001
  • Anforderungen an den Einsatz von mineralischen Stoffen im Straßen- und Erdbau vom 09.10.2001
  • Anforderungen an die Güteüberwachung und den Einsatz von Hausmüllverbrennungsaschen im Straßen- und Erdbau vom 09.10.2001
  • Güteüberwachung von mineralischen Stoffen im Straßen- und Erdbau vom 09.10.2001
  • Anforderung an die Güteüberwachung und den Einsatz von Metallhüttenschlacken im Erdbau vom 08.04.2005

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