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Leistung Gülle und Jauche

Güllekeller

Güllekeller sind unterirdische Lagerbehälter zur Zwischenlagerung von Gülle bis zur späteren Aufbringung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Errichtung muss in jedem Fall in wasserundurchlässiger Bauweise gem. den Anforderungen der DIN 11622 „Gärfuttersilos und Güllebehälter“ und unter Beachtung des MURL Runderlasses vom 27.01.1995 erfolgen.
Gemäß des o.g. Runderlasses, muss ein Güllekeller mit einer Leckerkennung ausgestattet werden.
Ein Güllekeller muss durch einen Fachunternehmer errichten werden, mindestens jedoch muss während der gesamten Bauzeit ein erfahrener Fachbauleiter anwesend sein.
Vor genannte Grundsätze müssen auch bei Stallumbauten von Festmist auf Gülle beachtet werden. Die Leckerkennung muss hier auf den Einzelfall abgestimmt werden.
Für die Errichtung besteht in jedem Fall eine Baugenehmigungspflicht.
 

Güllehochbehälter

Güllehochbehälter sind oberirdische Lagerbehälter zur Zwischenlagerung von Gülle bis zur späteren Aufbringung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Errichtung muss in jedem Fall in wasserundurchlässiger Bauweise gem. den Anforderungen der DIN 11622 „Gärfuttersilos und Güllebehälter“ und unter Beachtung des MURL Runderlasses vom 27.01.1995 erfolgen.
Bei einsehbaren Fußpunkten kann auf eine Leckerkennung verzichtet werden. Sollte der Fußpunkt unter Flur angeordnet werden, ist wie bei Güllekellern eine Leckerkennung erforderlich.
Ein Güllehochbehälter muss durch einen Fachunternehmer errichtet werden, mindestens jedoch muss während der gesamten Bauzeit ein erfahrener Fachbauleiter anwesend sein.
Für die Errichtung besteht in jedem Fall eine Baugenehmigungspflicht.
 

Transport-und Ablaufleitungen (Druckrohr-und Freispiegelleitungen)

Alle Leitungen, die dem Transport oder dem Ablauf von Gülle aus Güllekellern, Güllehochbehältern, Vorgruben oder sonstigen Behältern im Bereich der Güllelagerung dienen, sind dauerhaft wasserdicht an die jeweiligen Behälter anzuschließen.
Sie sind durch einen Fachunternehmer zu verlegen. Für den jeweiligen Leitungsbau sind ausschließlich zueinander passende genormte Teile zu verwenden.
Freispiegel- und Druckrohrleitungen sind entsprechend den jeweiligen Normen auf Dichtheit zu prüfen.
Entsprechende Prüfprotokolle sind im Rahmen von Bauvorhaben der Unteren Wasserbehörde unaufgefordert vorzulegen.
 

Schiebertechnik

Alle Einrichtungen die zum Befüllen oder Entleeren von Behältern dienen, sind gem. der DIN 11832 „Armaturen für Flüssigmist“ auszubilden.
Alle Leitungen, die zu einem unbeabsichtigten Auslaufen der Behälterinhalte führen können, müssen mit doppelten Sicherheitseinrichtungen (Schieber, Verschlusskappen, Ventile) versehen sein. Mindestens eine der Sicherheitseinrichtungen ist als Schnellschlussschieber auszubilden und gegen Betätigung durch Unbefugte zu sichern (z.B. durch Sicherheitsschlösser). Schieber und Pumpen in den vor genannten Bereichen müssen leicht zugänglich sein. Sie sind über einer wasserundurchlässigen Fläche anzuordnen. Leitungen und Schieber sind im Fahrbereich gegen Anfahren zu sichern.
 

Abfüllplätze

Gemäß des MURL Runderlasses vom 27.01.1995 sind alle Plätze, an denen Gülle entnommen oder umgeschlagen wird mit einem Entnahmeplatz auszustatten. Dieser muss so ausgebildet werden, dass auslaufende Gülle zurück in den jeweiligen Behälter oder eine Vorgrube fließen kann. In der Regel ist eine Fläche von ca. 4x4 m mit Gefälle zur Vorgrube oder zum jeweiligen Keller aus wasserundurchlässigem Beton auszubilden.
 

Dichtheit

Gem. DIN 11622 ist bei Neuerrichtungen von Güllelagerbehältern eine Dichtheitskontrolle durchzuführen. Am nicht hinterfüllten Behälter ist mittels einer 0,50m hohen Wasserfüllung und einem Beobachtungszeitraum von 48h die Undurchlässigkeit zu prüfen.
 

Leckerkennungsdrainagen

Eine Leckerkennung kann z.B. durch den Einbau einer Drainage (Drainageleitung mit einem Durchmesser von 50 o. 100 mm) auf dem überstehenden Teil der Sohle in einer Kehlnaht erfolgen. Zum Schutz vor Niederschlägen ist eine Folie (Stärke min. 0,8 mm) per Mauerleiste an der aufsteigenden Wand anzubringen und bis zur Unterkante der Sohle zu verlegen.
Die v.g. Drainage ist mit einem oder mehreren flüssigkeitsdichten Kontrollschächten (Mindestdurchmesser 200mm) auszurüsten, aus dem oder denen ggf. Wasserproben entnommen werden können. Übergänge zwischen Drainleitung und Kontrollschächten sind wasserdicht und mit Gefälle zum Schacht (z.B. durch KG-Rohr) zu erstellen.        
Die Leckerkennung ist in nichtbindigem rolligem Material zu verlegen, um den Zufluss von evtuell austretender Gülle zu erleichtern.
Der tiefste Teil eines Güllekellers (Leckerkennungsdrainage) muss in der Regel oberhalb des höchsten zu erwartenden Grundwasserstandes liegen.
 

Ausbringungsverbote

Gem. Düngeverordnung darf in den folgenden Zeiten keine Gülle aufgebracht werden:
auf Ackerland in der Zeit vom 01.11. bis zum 31.01.
auf Grünland in der Zeit vom 15.11. bis zum 31.01.
Gleiches gilt für die Ausbringung auf wassergesättigten, tiefgefrohrenen und stark schneebedeckten Böden.
Ein direkter Eintrag in Oberflächengewässer ist in jedem Fall verboten.
 

Gesetzliche Grundlagen

Fachdienst
Ansprechpartner
  • Herr Münzner  (Castrop-Rauxel, Datteln, Herten, Oer-Erkenschwick, Marl, Recklinghausen und Waltrop)
  • Herr Rupieper  (Dorsten, Gladbeck und Haltern)