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Leistung Altenhilfeplanung

Der Kreis Recklinghausen und die kreisangehörigen Städte bemühen sich  zur Zeit, Altenhilfestrukturen um- bzw. neu zu strukturieren.

Bereits im Jahr 2005 hat sich der Kreissozial- und Gesundheitsausschuss zu seiner Verantwortung gegenüber den älteren Menschen bekannt und einen Neuorientierungsprozess eingeleitet, der von einem speziellen Unterausschuss „Leben im Alter“ gesteuert und begleitet wird. In einem ersten Schritt wurden die künftigen Rahmenbedingungen für das Leben im Alter in Form eines Rahmenleitbildes „Kreis Recklinghausen – lebenswert auch im Alter“ zusammengefasst.
 
Ein Neuorientierungsprozess im Bereich der Altenhilfe ist dringend erforderlich, da sich in unserer Gesellschaft eine bisher beispiellose Veränderung der Altersstruktur vollzieht.
 
Im Kreis Recklinghausen werden die über 60jährigen in den nächsten 20 Jahren um 22% auf einen Kreisbevölkerungsanteil von 35% (heute 25%) anwachsen. Der Anteil der über 80jährigen wird bis 2025 um ca. 69% ansteigen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung des Kreises wird sich von ca. 4,5 auf ca. 8% beinahe verdoppeln.
 
Der Prozess des Alterns darf aber nicht einseitig als Prozess des Verlustes von Funktionsfähigkeiten und Kompetenzen betrachtet werden. Entscheidend ist eine differenzierte Betrachtung und Wertung der unterschiedlichen Formen des Alterns und deren Beeinflussbarkeit in den einzelnen Etappen des Alterns.
 
Die zentralen Ansätze liegen also weit vor dem Aufbau spezifischer Hilfs- oder Pflegeangebote. Es gilt z. B., ein seniorenfreundliches Wohnumfeld zu schaffen: mit kurzen Wegen, möglichst barrierefrei, dem Sicherheitsbedürfnis entgegenkommend.
Ein seniorenfreundliches Umfeld wird aber auch gekennzeichnet durch das Vorhandensein sozialer Netze. Unterstützung wird künftig verstärkt in nachbarschaftlichen Systemen laufen müssen, da die heute noch funktionierenden familiären Systeme in ihrer Leistungsfähigkeit abnehmen werden. Es ist zu erwarten, dass die Zahl der älteren Single-Haushalte auch im Kreis Recklinghausen weiter zunehmen wird.
 
Obwohl in der Vergangenheit auch der pflegeergänzende Bereich durchaus gewürdigt wurde, ist doch lange Zeit der gesamte Altenhilfebereich – früher wurde auch von der sog. „offenen“ Altenhilfe gesprochen – seit Inkrafttreten der Pflegeversicherung (SGB XI) planerisch aus dem Blickfeld verloren und das Hauptaugenmerk auf den Bereich der Pflege gelegt worden. Wirksame Altenpolitik mit fiskalischen Elementen und langfristigen sozialen Konzepten und Zielsetzungen gab und gibt es im Kreis Recklinghausen nur vereinzelt.
 
Damit der Kreis und seine Städte den Bürgern auch im Alter ein lebenswertes Wohnumfeld und eine qualitativ ansprechende Versorgung im Falle der Hilfsbedürftigkeit sicherstellen können, müssen die bestehenden Möglichkeiten genutzt und schnellstmöglich richtungsweisende Schritte unternommen werden.
 
 
Es wurde von allen relevanten kommunalen Akteuren aus der Politik, den im Senioren- und Pflegebereich Tätigen und den Betroffenen erarbeitet. So fanden in allen kreisangehörigen Städten Workshops statt, die von der Forschungsgesellschaft für Gerontologie an der Universität Dortmund moderiert wurden. Die Ergebnisse wurden zusammengeführt, mit den Altenhilfekoordinatoren der 10 Städte abgestimmt und im Unterausschuss Leben im Alter beraten. Der auf diesem Wege erarbeitete Entwurf eines Rahmenleitbildes incl. zahlreicher Handlungsempfehlungen wurde in einer Abschlussveranstaltung am 14. August 2006 mit allen in Frage kommenden Akteuren aller Städte abschließend diskutiert und abgestimmt. Das aus diesem Prozess entstandene Rahmenleitbild für die zukünftige Altenpolitik im Kreis Recklinghausen wurde am 23. Oktober 2006 vom Kreistag des Kreises Recklinghausen einstimmig beschlossen.
 

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